Das eigene Dach über dem Kopf bietet Sicherheit in der Finanzkrise. Da trifft es sich, dass jetzt erste Angebote zum Wohn-Riester kommen.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr, sagt Rainer Maria Rilke in seinem berühmten Herbst-Gedicht. In der Finanzkrise sollte das für Anleger nicht gelten. Kaum eine Anlage bietet mehr Sicherheit als die selbst genutzte Immobilie – sofern der eigene Job sicher ist und der Eigenheim- oder Wohnungsbesitzer seine Raten zahlen kann. Damit er das auch künftig schafft, gibt es Hilfe vom Staat. Instrument dazu ist der im Juni vom Bundestag verabschiedete sogenannte Wohn-Riester. Riester-Sparer, die bereits in eine staatlich geförderte Rentenversicherung oder einen Fondssparplan einzahlen, können aus diesen künftig Geld entnehmen und es für den Bau oder Kauf einer selbst genutzten Immobilie einsetzen. Wurde der Riester-Vertrag vor 2008 abgeschlossen, geht das aber erst, wenn mindestens 10.000 Euro angespart wurden.
Wer noch keinen Riester-Vertrag hat, aber sofort eine Immobilie kaufen will, kann bei seiner Bank ein spezielles Riester-Immobiliendarlehen aufnehmen. Künftig unterstützt der Staat ihn dann bei der Tilgung des Kredits. Ist der Immobilienkauf erst später geplant, steht dem Anleger ein spezieller Bausparvertrag zur Verfügung. Selbst Immobilienbesitzer, die ihre Immobilie vor 2008 gekauft haben und diese noch abzahlen, bekommen mit Wohn-Riester neue Finanzierungsmöglichkeiten. Allerdings profitieren sie frühestens zum Renteneintritt: Verbleibt dann noch eine Restschuld auf den Kaufpreis der Immobilie, können sie Geld aus einem normalen Riester-Vertrag zur Tilgung des Immobilienkredits einsetzen.